Ergebnisse aus der Themensuche zu dem Suchbegriff
"Seelische Gesundheit"

Seelische Gesundheit

Arbeitskreis „Seelische Gesundheit“

Vier Menschen tragen eine Maske und stehen mit Abstand hintereinander auf einer Wiese

Bild: Selbsthilfe­kontaktstelle des Landkreises Leer

Der Arbeitskreis „Seelische Gesundheit“ der Selbsthilfekontaktstelle Leer besteht seit vielen Jahren und hat sich vor der Corona-Pandemie regelmäßig in Präsenz getroffen. Er besteht aus Gruppenleiter*innen von Selbsthilfegruppen, die sich mit psychischen Erkrankungen auseinandersetzen, einer Mitarbeiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes und den Mitarbeitenden der Selbsthilfekontaktstelle. Ziel ist es, über das Thema seelische Erkrankung, insbesondere Depression, zu informieren, um mit Vorurteilen aufzuräumen. Öffentlichkeitsveranstaltungen für Betroffene, Angehörige und Interessierte werden im Arbeitskreis geplant und von ihm durchgeführt. Der Arbeitskreis dient aber auch der Vernetzung und dem Austausch untereinander. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen finden die Treffen zur Zeit online statt und werden gut angenommen.

Weitere Informationen finden Sie hier:
Selbsthilfekontaktstelle des Landkreises Leer

Seelische Gesundheit

Besondere Anforderungen an Selbsthilfeunterstützende

Selbsthilfegruppen bei psychischen Problemen und Erkrankungen benötigen besondere Aufmerksamkeit. Die Themen und Krankheitsbilder können sehr individuelle Ausprägungen und Mischformen aufweisen, und das Krankheitserleben kann sehr unterschiedlich sein. Anfragende haben oft hohe Erwartungen an die Selbsthilfegruppe, ihre Probleme sind manchmal diffus und häufig gibt es (noch) keine ärztliche Diagnose. Manchmal empfinden sie Scham und es kostet sie große Überwindung, über ihr Thema zu sprechen.

Beim Erstkontakt von Menschen mit psychischen Erkrankungen und Problemen sind deshalb einige Fragen und Aspekte in besonderer Weise zu berücksichtigen:

  • Welche Erwartungen bestehen hinsichtlich der Teilnahme an einer Gruppe?
  • Welchen konkreten Hilfebedarf gibt es und wie wird der Gesundheitszustand eingeschätzt?
  • Besteht eine aktuelle therapeutische Behandlung?
  • Klären Sie im Beratungsgespräch über die Arbeit von Selbsthilfegruppen auf und weisen Sie darauf hin, dass es keine professionelle Gruppenleitung gibt (Abgrenzung zur Gruppenpsychotherapie).
  • Die Selbsthilfekontaktstelle bietet im Gruppengründungsprozess und darüber hinaus Unterstützung an (z.B. durch Moderation in der Gründungsphase oder durch Hilfe bei Konflikten).
  • Eine Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe ist kein Therapieersatz, oft aber eine sinnvolle Ergänzung zu einer bestehenden therapeutischen Behandlung.
  • Informieren Sie über die unterschiedlichen Konzepte, die der Gruppenarbeit zu Grunde liegen können (z.B. 12-Schritte-Programm).

Im Zuge einer angestrebten Gruppengründung sind neben den bekannten Grundlagen in der Gründungsbegleitung folgende Gesichtspunkte relevant:

  • Haben Sie Geduld. Trotz großer Nachfrage, entscheiden sich meist nur wenige Betroffene, die Verantwortung für eine eigene Gruppe zu übernehmen. Immer mehr Kontaktstellen gründen und begleiten deshalb selbst Gruppen. Bis die Gruppe etabliert ist und eigenständig arbeitet, bedarf es manchmal eines langen Atems mit kontinuierlicher Begleitung.
  • Kontaktstellen laden auch zu offenen Treffs ein, weil Betroffene eine Selbsthilfegruppe als zeitlich begrenzte Unterstützung nutzen. Aus diesen offenen Treffen geht unter Umständen eine feste Gruppe hervor.
  • Ist die Gruppenfähigkeit gegeben, zum Beispiel durch die Bereitschaft der Gründungsperson/-en sich anderen mitzuteilen und Eigeninitiative zu ergreifen?

Hinsichtlich der Begleitung von Gruppen zum Thema seelische Gesundheit ist zu beachten:

  • Die Gruppenleitungstätigkeit kann einzelne Betroffene überfordern: Unterstützen Sie die Gruppe dabei, die Aufgaben auf verschiedene Schultern zu verteilen und regen Sie einen bewussten Umgang mit persönlichen Grenzen an.
  • Menschen, die in einer psychisch instabilen Phase sind, könnten die Gespräche in einer Selbsthilfegruppe zusätzlich belasten.
  • Nehmen Gruppenmitglieder nur an Treffen teil, wenn es ihnen schlecht geht, ist diese geringe Verbindlichkeit für eine kontinuierliche Gruppenarbeit schwierig.
  • Fortbildungen zu Grenzsituationen/Supervision/Intervision für Gruppenmitglieder und für Mitarbeitende sind sinnvoll (insbesondere bei Konflikten und Krisen).

Seelische Gesundheit

Kampf gegen Depressionen

Depression kann jeden Treffen. Screenshot der Internetseite des Paderborner Bündnis gegen Depressionen. Frau liegt auf einem Bett, den Kopf zur Matratze gewandt

Bild:
Paderborner Bündnis gegen Depression e.V.

Die Selbsthilfe-Kontaktstelle Paderborn ist Mitglied im “Paderborner Bündnis gegen Depression e.V.”. Ziele des Bündnisses sind unter anderem Aufklärung über die Erkrankung, Verbesserung von Früherkennung sowie Behandlung und Entstigmatisierung von Depressionen. Das Paderborner Bündnis hat einen Wegweiser mit Kontaktdaten von Einrichtungen und den unterschiedlichen Hilfsangeboten im Kreis Paderborn erstellt. Die Broschüre wird regelmäßig aktualisiert und kann auf der Webseite des Bündnisses heruntergeladen werden.

Weitere Informationen finden Sie hier:
Paderborner Bündnis gegen Depression e.V.
Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Paderborn

 

Seelische Gesundheit

Krankheitsbilder und psychosoziale Versorgung

Facettenreich wie die menschliche Psyche sind auch deren Erkrankungen. Kenntnisse über die Erscheinungsformen psychischer Beschwerden und deren Behandlungsmöglichkeiten sind in der Beratungsarbeit von großer Bedeutung. Für Menschen mit seelischen Schwierigkeiten gibt es zahlreiche Hilfsangebote, die regional variieren können. Von der telefonischen Beratung in akuter Not bis hin zur mehrjährigen Therapie bieten psychosoziale Unterstützungseinrichtungen passgenaue Hilfen an.

Für die Arbeit in Selbsthilfeunterstützungseinrichtungen gilt:

  • Machen Sie sich mit den unterschiedlichen psychischen Krankheitsbildern vertraut.
  • Erwerben Sie Kenntnisse über die verschiedenen Versorgungsformen.
  • Seien Sie gut mit den örtlichen Versorgungsangeboten vernetzt.
  • Vermitteln Sie Anfragende in akuten Krisen an regionale Kriseneinrichtungen.

Die NAKOS hat ausführliche fachliche Informationen zur Selbsthilfe-Unterstützungsarbeit für Menschen mit seelischen Erkrankungen und Problemen erarbeitet und in ihrem Wissensportal zur Verfügung gestellt.

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

NAKOS: Basiswissen Krankheitsbilder 

NAKOS: Wegweiser Versorgung

NAKOS: Notfallwegweiser

NAKOS INFO 116: Selbsthilfe und seelische Gesundheit

Seelische Gesundheit

Seelische Gesundheit

Psychische Probleme nehmen seit Jahren in der Gesellschaft zu. Mindestens jeder vierte Erwachsene in Deutschland leidet innerhalb eines Jahres an einer psychischen Erkrankung. Während der noch andauernden COVID-19-Pandemie haben sich die emotionalen und psychosozialen Belastungen in der Bevölkerung noch weiter verstärkt (vgl. Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung e.V. 2021).

Die Nachfrage von Menschen mit seelischen Problemen und Erkrankungen steigt auch bei den gut 300 Selbsthilfekontaktstellen in Deutschland stetig an. Nach Schätzungen der NAKOS gehen jährlich mindestens 75.000 Anfragen zu diesem Themenkomplex in den Selbsthilfekontaktstellen ein. Häufig genannte Diagnosen sind Depressionen, Burn-out, Ängste, Panikstörungen oder Borderline.

Seelische Gesundheit

Selbsthilfe trifft Psychotherapie

Logo der Selbsthilfekontaktstelle Kreis Minden-Lübbecke

Bild: Selbsthilfekontaktstelle
Kreis Minden-Lübbecke

Im Rahmen eines „World-Cafés“ bekommen Selbsthilfeaktive die Möglichkeit, an verschiedenen Tischen mit Fachkräften aus der Tagesklinik für seelische Gesundheit, dem Sozialpsychiatrischen Dienst und aus einer psychotherapeutischen Praxis ins Gespräch zu kommen. Was bieten ambulante Psychotherapie, Sozialpsychiatrischer Dienst und Tagesklinik? Wie stabil sollten Menschen sein, die eine Selbsthilfegruppe zu diesem Themenbereich besuchen?
Eine Psychotherapie ist nicht nur bei psychischen Erkrankungen hilfreich, sondern auch bei der Bewältigung besonderer Belastungen oder einer chronischen Erkrankung. Alle in der Selbsthilfe-Kontaktstelle PariSozial Minden-Lübbecke/Herford vertretenen Selbsthilfegruppen werden zu dem Gesamttreffen eingeladen.

Weitere Informationen finden Sie hier:
Selbsthilfekontaktstelle Kreis Minden-Lübbecke

Seelische Gesundheit

Sensible Begleitung von Vergewaltigungsopfern

Blumenschale im Vordergrund, Teich im Hintergrund

Bild: KISS Schwerin e.V.

Eine Gruppengründung zu dem Thema “Hilfe nach Vergewaltigung” gestaltet sich aufgrund der Komplexität und Schwere der persönlichen Belastung als schwierig. 2018 wandte sich die Initiatorin der Selbsthilfegruppe an den KISS Schwerin e.V. und konnte schon beim Erstgespräch Vertrauen und das Gefühl des Verstandenwerdens entwickeln. Zunächst wurde die neue Gruppe von einer In-Gang-Setzerin® begleitet, um den Ablauf der Gruppentreffen zu strukturieren und den Teilnehmenden zu zeigen, wie sie Trigger langfristig vermeiden können. Inzwischen trifft sich die Gruppe seit zwei Jahren regelmäßig. Als hilfreich erweist sich die Unterschiedlichkeit der Teilnehmerinnen, sodass ein fruchtbarer Austausch zwischen erfahrenen und mit der Reflexion beginnenden Frauen entsteht.

Weitere Informationen finden Sie hier:
KISS Schwerin e.V.

Seelische Gesundheit

Sprechzeit in der psychiatrischen Klinik

Offene Sprechzeit für Interessierte an einer Selbsthilfegruppe

Bild: BeKoS Oldenburg / Karl-Jaspers-Klinik

Seit Juli 2019 bietet die Beratungs- und Koordinationsstelle für Selbsthilfegruppen e.V. (BeKoS) Oldenburg einmal monatlich in der örtlichen psychiatrischen Klinik eine offene Sprechzeit für Patient*innen der Klinik an. Dieses niedrigschwellige Angebot verfolgt das Ziel, über Selbsthilfegruppen zu informieren. Die BeKoS wird während der Sprechzeiten von „Erfahrenen“ aus bestehenden Selbsthilfegruppen unterstützt. Dies ist besonders wertvoll, weil sie ihre Erfahrungen aus der Selbsthilfegruppe weitergegeben und dazu ermutigen, nach dem Klinikaufenthalt Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe aufzunehmen. Da die Patient*innen aus der Weser-Ems-Region kommen, beteiligen sich auch die Selbsthilfeunterstützungsstellen aus den benachbarten Landkreisen an diesen Sprechzeiten. Die Koordination dieses Projektes hat die BeKoS übernommen.

Weitere Informationen finden Sie hier:
BeKoS Oldenburg
Flyer: Offene Sprechzeit für Interessierte an einer Selbsthilfegruppe

Seelische Gesundheit

Zusammenarbeit von Psychotherapie und Selbsthilfe

Die Zusammenarbeit von Selbsthilfekontaktstellen und der psychotherapeutischen Versorgung gewinnt zunehmend an Bedeutung und sollte durch den Aufbau von (regionalen) Kooperationen vorangetrieben werden. Die im Jahr 2017 geänderte Psychotherapie-Richtlinie enthält eine Weiterverweisempfehlung an Selbsthilfegruppen. Psychotherapeut*innen sind demnach aufgefordert, eine stärkere Lotsenfunktion für ihre Patient*innen zu übernehmen und weiterführende Informations- und Behandlungswege in deren Lebensumfeld aufzuzeigen (vgl. Bundespsychotherapeutenkammer 2017).

In verschiedenen Behandlungsleitlinien für psychische Erkrankungen, zum Beispiel für die Diagnosen Unipolare Depression, Bipolare Störungen oder Angststörungen, sind ebenfalls Empfehlungen zur Teilnahme an Selbsthilfegruppen enthalten (vgl. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde 2017; Hauth/Schneller 2016). Die Potenziale, die in den psychotherapeutischen Leitlinien Selbsthilfegruppen zugeschrieben werden, fassen Hauth/Schneller (2016) wie folgt zusammen: „emotionale Entlastung und gegenseitige emotionale Unterstützung, konkrete Lebenshilfe, Stärkung ihres Selbstbewusstseins und Selbstwertgefühls, Empowerment, Selbstwirksamkeitserleben, Erweiterung der Strategien im Umgang mit der Erkrankung, Förderung des Erkennens von Frühwarnzeichen, Anregung zum Aufbau beziehungsweise zur Stabilisierung des sozialen Netzes, Aufbau eines individuellen Krisennetzes und Krisenplans, positive Wirkung auf Befindlichkeit und Krankheitsverlauf (z.B. kürzere Klinikaufenthalte).“ (ebd. S. 144).