Öffentlichkeitsarbeit

Mit der Öffentlichkeitsarbeit prägt eine Selbsthilfekontaktstelle das Verständnis von den Chancen und Grenzen der gemeinschaftlichen Selbsthilfe und der eigenen Rolle im Netzwerk von Institutionen, Organisationen, Versorgungseinrichtungen, Medien und Selbsthilfeinteressierten. Sie formt die Erwartungen an ihren Service und an ihre Beratungsleistungen. Sie präsentiert Möglichkeiten der Zusammenarbeit und fördert diese zwischen den lokalen Akteuren. Zugleich dient die Öffentlichkeitsarbeit aber auch der Legitimation der Selbsthilfeunterstützungsarbeit gegenüber dem Träger der Einrichtung und den Geldgebern.

Selbsthilfegruppen, die ihre Arbeit öffentlich darstellen wollen, etwa um Teilnehmende zu gewinnen oder um ihre Interessen gegenüber politischen Instanzen vertreten zu können, wenden sich häufig mit konzeptionellen und technischen Fragen der Öffentlichkeitsarbeit an die Selbsthilfekontaktstelle. Sie wünschen beispielsweise eine Beratung, wie Veranstaltungen vorbereitet und durchgeführt, wie Informationsblätter oder Broschüren ansprechend und wirksam erstellt werden können oder wie eine Internetseite gestaltet werden kann. Schon einfache Aspekte der Öffentlichkeitsarbeit wie einen Gründungsaufruf zu formulieren, kann bedeutsam sein.

Weitere relevante Links
NAKOS: Starthilfe zum Aufbau von Selbsthilfegruppen
NAKOS: Konzepte und Praxis 8
NAKOS: Digitale Selbsthilfe
SHZ München: Hinweise für die Öffentlichkeitsarbeit

Auswahl von Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit für Selbsthilfekontaktstellen

Nachfolgend finden Sie einige Aufgaben und damit verbundene Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit von Selbsthilfekontaktstellen:

  • Erstellung und Verbreitung von (online) Informationsmaterialien, zum Beispiel Informationsblatt über die Selbsthilfekontaktstelle, Selbsthilfe-Zeitung, aktuelle Themen-/Gruppenlisten oder Datenbanken
  • Bekanntmachung des Angebotes der Selbsthilfekontaktstelle, etwa durch Newsletter, Soziale Medien, oder durch spezielle Veranstaltungen, wie Selbsthilfe-Tage und selbsthilfespezifische Vortrags- / Informationsveranstaltungen
  • Organisation von Gesamttreffen zum Vorstellen und Kennenlernen der Selbsthilfegruppen untereinander
  • Beratung von Selbsthilfegruppen bei der Durchführung ihrer Öffentlichkeitsarbeit
  • Bereitstellung von oder Unterstützung bei öffentlichen Dialogveranstaltungen
  • Pflege von Medienkontakten und Veranlassung einer geeigneten Veröffentlichung von Anliegen
  • Einrichtung von Presse- / Informationsverteilern und Weitergabe von Ankündigungen / Informationen / Stellungnahmen
  • Teilnahme als Referent*in, Diskutant*in an Veranstaltungen
  • Veröffentlichung von Fachbeiträgen / Stellungnahmen in Publikationen / in der Presse / in Gremien.

Auswahl von Instrumenten der Öffentlichkeitsarbeit für Selbsthilfegruppen

Für Selbsthilfeengagierte, die selbst öffentlichkeitswirksam aktiv werden möchten, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Das sind zum einen Printmedien, wie Plakate, Flyer oder Eintragungen in Lokalzeitungen, zum anderen vielfältige onlinebasierte Formen der Öffentlichkeitsarbeit. Beispielsweise Internetangebote, die man selbst verantwortet: wie eine eigene Internetseite, ein eigenes Forum, ein eigener Chat oder ein Online-Beratungsangebot, eine eigene Seite in einem Sozialen Netzwerk oder ein eigener Newsletter. Es besteht auch die Option sich an Angeboten anderer zu beteiligen: zum Beispiel durch Eintragung der eigenen Gruppe oder Veranstaltung auf der Internetseite einer Selbsthilfekontaktstelle oder durch das Mitwirken in Foren- oder Chatdiskussionen von anderen Selbsthilfeaktiven oder durch die Mitarbeit an Artikeln in Wikipedia oder themenspezifischen Wikis.

Die Entscheidung für die eine oder die andere Möglichkeit hängt in erster Linie von den Zielen ab, die damit verfolgt werden sollen. Nicht jede der zur Verfügung stehenden Instrumente ist für jedes Ziel gleich gut geeignet. Daher ist es ratsam, diese Ziele im Vorfeld sorgsam zu klären. Bei der Auswahl eines Instruments sind darüber hinaus die zur Verfügung stehenden personellen und finanziellen Mittel und das vorhandene technische Know-how zu berücksichtigen.

Nachdem das Angebot publiziert ist, muss sichergestellt werden, dass es verlässlich verfügbar ist. Bei Onlineangeboten muss darauf geachtet werden, dass diese dauerhaft funktionsfähig bleiben.

Einige Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit für Selbsthilfegruppen sind hier aufgeführt:

  • Mund-zu-Mund Propaganda: Menschen im persönlichen Umfeld über die Gruppe informieren
  • Aushänge und Plakate einsetzen, zum Beispiel bei den Selbsthilfekontaktstellen
  • in Lokalzeitungen/Anzeigeblättern auf Gruppe oder Veranstaltungen hinweisen
  • im Newsletter der örtlichen Selbsthilfekontaktstelle
  • Eintrag in der Datenbank der örtlichen Selbsthilfekontaktstelle
  • Eigene Internetseite
  • Informationsstand auf örtlichen Veranstaltungen
  • Beiträge in Radio- oder Fernsehsendern
  • Bekanntmachung über Ärzt*innen und andere Fachstellen

Formen der Öffentlichkeitsarbeit für Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfegruppen

Hier werden kurz Formate vorgestellt, die eine gemeinschaftliche Selbsthilfearbeit erlebbar und erfahrbar machen und öffentlichkeitswirksam sind.

(Virtuelle) Selbsthilfe-Tage
Bei den in der Regel jährlich stattfindenden (virtuellen) Selbsthilfe-Tagen präsentieren sich die Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfegruppen mit einem umfangreichen Programm der Öffentlichkeit. Die Veranstaltung dient dazu Interessierte auf das Angebot aufmerksam zu machen, über gemeinschaftliche Selbsthilfe als psychosoziale Ergänzung zur professionellen Versorgung zu informieren und eine Akzeptanz in der Gesellschaft zu schaffen.
Siehe hierzu beispielsweise:
Selbsthilfekontaktstelle Frankfurt: Selbsthilfe-Tag

Selbsthilfe-Festival
Selbsthilfe-Festivals haben eine ähnliche Wirkung wie Selbsthilfe-Tage. Interessierte können die Selbsthilfe-Szene einer Stadt oder Region erleben, sich über Selbsthilfeangebote informieren und mit Aktiven ins Gespräch kommen. Hier wird ebenfalls ein Konzept mit unterschiedlichen Programmpunkten entwickelt, bei dem sich Selbsthilfegruppen vorstellen. Auch die Selbsthilfekontaktstellen mit ihren Angeboten beispielsweise in den Bereichen Migration, Angehörigen- und Pflegeunterstützung präsentieren sich. Darüber hinaus gibt es vielfältige Mitmach-Aktionen, Lesungen, Workshops von Betroffenen und Angehörigen.
Siehe hierzu beispielsweise:
SEKIS Berlin: Selbsthilfe-Festivals und -Tage

Ausstellungen
Eine Möglichkeit das Thema Selbsthilfe mit einem künstlerischen Aspekt zu verbinden und so einen anderen Blick auf die Akteure der gemeinschaftlichen Selbsthilfe zu bekommen, ist eine Ausstellung zu konzipieren.
Die KISS Stuttgart hat beispielsweise eine Ausstellung mit dem Titel KRAFTAKT initiiert, bei dem der Fokus auf die Menschen „hinter dem Thema“ gelenkt wurden. Dafür hat ein Bildhauer, Zeichner und Performance-Künstler Menschen aus zehn Stuttgarter Selbsthilfegruppen portraitiert. Mit unterschiedlichen gefundenen Materialien, wie alten Schrankteilen, Bootsplanken, Balken oder Metallplatten unter zum Teil schwerer körperlicher Anstrengung wurden die Kunstwerke angefertigt.
Im Rathaus der Stadt wurde eine Auswahl der entstandenen Bilder und Skulpturen sowie ein Video, das Einblick in die Entstehung der Arbeiten gibt, gezeigt.
Siehe hierzu:
KISS Stuttgart: KRAFTAKT im Rathaus

Kampagne in Öffentlichen Verkehrsmitteln
Mit einer Kampagne in den öffentlichen Verkehrsmitteln sollen die Vielfalt der Selbsthilfe und der Kontaktstellen sichtbar und neue Interessierte auf Selbsthilfegruppen aufmerksam gemacht werden. Sie dient dazu, dass mehr Menschen von den positiven Wirkungen der Selbsthilfe erfahren und erleben, was es bedeutet, die eigenen Probleme selbst in die Hand zu nehmen und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten aktiv zu werden.
Beispielsweise hat die SEKIS Berlin an und in Berliner U-Bahnen Plakate der Kampagne „SELBSTHILFE – Das sozialste Netzwerk“ plakatieren lassen. Der Slogan „Das sozialste Netzwerk“ soll darauf verweisen, dass reale Begegnungen und Gespräche auch in einer zunehmend digitalen Welt wichtiger sind als virtuelle Erlebnisse. Die SEKIS möchte mit der Kampagne neugierig machen und Menschen dazu anzuregen, nach ihrem eigenen Thema zu suchen.
Siehe hierzu:
SEKIS Berlin: Berliner Selbsthilfe startet Image-Kampagne

Comics zum Thema Selbsthilfe
Um Aufmerksamkeit auf die gemeinschaftliche Selbsthilfe zu lenken, kann es nützlich sein, neue Formate der Darstellung zu wählen. So sind bei Printmedien gerade Poster, Flyer, Postkarten und Selbsthilfezeitungen beliebt. Innovative Formate, wie ein Comic zum Thema Selbsthilfe, kann neue Zielgruppen und Interessierte auf die Thematik aufmerksam machen.
Beispielsweise hat so die KISS Hamburg unter den Selbsthilfeaktiven aufgerufen ein Comic zu zeichnen. Mit dem Titel „Gemeinsam. Ein Selbsthilfe-Comic“ ist eine Sonderausgabe ihrer Selbsthilfezeitung entstanden. Der 32-seitige Comic mit, über und für die Selbsthilfe wurde in einem Projekt mit Zeichner*innen und einer Titelbild-Illustratorin erstellt. Darin sind 15 Hamburger Selbsthilfegruppen mit ihren Themen und Arbeitsweisen portraitiert.
Siehe hierzu:
KISS Hamburg: Gemeinsam. Ein Selbsthilfe-Comic

Internet und digitale Anwendungen für den Arbeitsalltag

Neben der eigenen Internetseite wird in der gemeinschaftlichen Selbsthilfe auf eine Reihe anderer internetbasierter Anwendungen zurückgegriffen. So produzieren Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfegruppen Filme, die sie auf ihrer eigenen Internetseite einbinden und zum Beispiel auf dem Videoportal YouTube veröffentlichen. Zunehmend nutzen Selbsthilfekontaktstellen Videokonferenztools für die Beratung oder für digitale Veranstaltungen und Webinare. Für den täglichen Kontakt und Austausch mit und für Selbsthilfegruppen und Betroffene haben einige Selbsthilfekontaktstellen eigene Apps entwickeln lassen.

Videokonferenztools
Zoom
BigBlueButton
Jitsi Meet

Apps
Selbsthilfekontaktstellen KISS Mittelfranken e.V.: Kiss.On
KISS Hamburg: KISS Hamburg Selbsthilfe-App

Weitere Anwendungen im Internet

Wiki-Anwendungen, E-Mail, Soziale Netzwerke
Zusätzlich zur oder auch anstelle der eigenen Internetseite wird auch auf Informationsplattformen im Internet zurückgegriffen. Selbsthilfegruppen nutzen Wiki-Anwendungen, um gemeinsam an einem Wissensfundus zu ihrem Thema zu schreiben und diesen mit anderen zu teilen. Selbsthilfekontaktstellen beraten Interessierte über Chatangebote und E-Mail und sie erstellen eigene Profile bei Sozialen Netzwerken wie Facebook zur Vernetzung und Präsentation der eigenen Arbeit.

Selbsthilfe-Internetforen
Eine weitere Form des Austauschs stellen Foren dar. In Selbsthilfe-Internetforen tauschen sich Gleichbetroffene oder Mitbetroffene zu ihren persönlichen Anliegen aus, ganz wie in einer Selbsthilfegruppe, jedoch zu jeder Zeit und von jedem Ort aus. Es gibt eine Vielzahl von Internetforen zu Erkrankungen und Problemen. Solche Selbsthilfe-Internetforen sind auch geeignet, um Lücken in der Selbsthilfeinfrastruktur zu füllen, zum Beispiel wenn es keine Selbsthilfegruppe zum eigenen Thema am Wohnort oder mit Menschen der eigenen Altersgruppe gibt. Immer mehr Menschen können gemeinschaftliche Selbsthilfe erleben und werden auf diese Bewältigungsform aufmerksam gemacht. Selbsthilfe im Internet kann daher auch als „Türöffner“ für die Selbsthilfe vor Ort dienen.

Wichtig ist, dass darauf geachtet wird, wie das Forum betrieben wird. Es gibt kommerziellen Anbieter, die sich über das Einblenden von Werbung finanzieren oder werden von Firmen verantwortet, die mit dem Austauschangebot auf Kundenbindung oder die Gewinnung neuer Kunden abzielen.

Um solche kommerziellen Angebote von selbsthilferelevanten Foren abzugrenzen, hat die NAKOS folgende Merkmale festgelegt, die ein Selbsthilfe-Internetforum ausmachen:

  • Das Internetforum dient dem Zweck, den bundesweiten Erfahrungsaustausch zwischen unmittelbar und/oder mittelbar betroffenen Menschen zu selbsthilferelevanten Anliegen im Internet zu ermöglichen, zum Beispiel zu einer chronischen Erkrankung oder Behinderung, einer psychischen oder sozialen Problemstellung.
  • Das Internetforum wird von einem Zusammenschluss von Menschen verantwortet, die selbst unmittelbar und/oder mittelbar von einer chronischen Erkrankung, Behinderung, psychischen oder sozialen Problemstellung betroffen sind.
  • Das Internetforum ist öffentlich zugänglich, das heißt, es steht prinzipiell jeder/jedem Betroffenen offen und die Teilnahme ist nicht an formale Bedingungen geknüpft, wie zum Beispiel Vereinsmitgliedschaft, Gebühr.
  • Die Anbieter*innen verfolgen mit ihrer Arbeit keine kommerziellen Zwecke und somit keine Gewinnorientierung.

Beispiel-Homepage

Die NAKOS hat eine Beispiel-Homepage entwickelt. Dort gibt es praxisnahe Hinweise zur Gestaltung eines eigenen Internetautritts für eine Selbsthilfegruppe oder Selbsthilfevereinigung. An einem konkreten Beispiel wird gezeigt, welche Inhalte und Gestaltungsmerkmale für Internetauftritte aus dem Selbsthilfebereich sinnvoll sind.

Die Beispiel-Homepage wird ergänzt durch Hintergrundinformationen zu rechtlichen Vorgaben wie Urheberrecht und Datenschutz sowie zu Aspekten, die bei der Planung, Umsetzung und Bekanntmachung eines Internetauftritts zu berücksichtigen sind.

Hier geht es zur Beispiel-Homepage

Datenschutz beachten

Mitarbeitende der Selbsthilfekontaktstelle und Selbsthilfegruppen müssen sich im Rahmen ihrer Arbeit und insbesondere auch in Bezug auf die Öffentlichkeitsarbeit mit der Frage befassen, wo in ihren Tätigkeiten und bei Veröffentlichungen personenbezogene Daten verarbeitet werden und ob diese Angaben der geltenden Datenschutz-Grundverordnung entsprechen.

Das Datenschutzrecht kennzeichnet personenbezogene Daten als besonders schützenswert. Dazu gehören Gesundheitsdaten, genetische und biometrische Daten, genauso aber auch Daten, beispielsweise zum Sexualleben oder der sexuellen Orientierung. Für solche Daten besteht die Gefahr, dass es sich für die Person nachteilig auswirken könnte, wenn diese in die falschen Hände geraten. Wie eingangs erwähnt, haben Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfegruppen häufig mit genau solchen personenbezogenen Daten zu tun.

Einen Überblick zum Datenschutz gibt die nachfolgende Broschüre. Sie bündelt Hilfestellungen für die konkrete Umsetzung der datenschutzrechtlichen Anforderungen im Bereich der Gruppenselbsthilfe, der digitalen Selbsthilfe und der Selbsthilfeunterstützungsarbeit durch Selbsthilfekontaktstellen. Wesentliche Anforderungen werden exemplarisch beschrieben, ohne dass dabei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben wird.

NAKOS: Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)

Urheberrecht beachten

Texte, Fotos, Graphiken, Musikstücke oder Filme dürfen nur dann auf der eigenen Internetseite eingebunden werden, wenn das Urheberrecht dazu bei den Betreibenden der Internetseite liegt oder wenn dazu von der/dem Urheber*in ein entsprechendes Nutzungsrecht eingeräumt wurde. Das Nutzungsrecht sollte schriftlich eingeholt werden. Es ist nicht ausreichend, die Quelle zu benennen also beispielsweise den Namen der/des Fotograf*in. Bei Werken unter freier Lizenz, zum Beispiel „Creative Commons“, gilt das jeweilige Lizenzmodell.

Bei unklarer Herkunft eines Textes oder Bildes sollte auf die Verwendung verzichtet werden. Bei der Veröffentlichung von Fotos, auf denen Personen zu sehen sind, muss eine Einwilligung der abgebildeten Person vorliegen. Bei abgebildeten Minderjährigen ist es notwendig, das Einverständnis der Eltern oder gesetzlichen Vertreter einzuholen. Eine Ausnahme besteht bei sogenannten „Stock“- Fotos aus einer Fotodatenbank – dann gelten die jeweiligen Bedingungen der Fotodatenbank.

Es sollte folglich immer geprüft werden, ob und zu welchen Bedingungen Werke von anderen zu nutzen sind. Ansonsten sind Abmahnungen zu befürchten. Unwissenheit schützt in diesem Fall nicht. Eine Strafe muss, wenn der Vorwurf stichhaltig ist, in der Regel trotzdem bezahlt werden. Ausnahmen zur Notwendigkeit, Nutzungsrechte einzuholen, können gegeben sein, wenn Textteile oder Bilder lediglich „zitiert“ werden. Ein Textzitat zum Beispiel ist dann gegeben, wenn ein als Zitat ausgewiesener Auszug aus einem Text genutzt wird und im übrigen Text eine inhaltliche Auseinandersetzung mit diesem Text erfolgt. Notwendig ist hier eine vollständige Quellenangabe über Urheber*in, Titel des Werkes, Ort der Publikation, Fundstelle. Ein Bildzitat wiederum ist nur dann zulässig, wenn es eigene Ausführungen belegt oder unterstützt. Das Bild darf zudem nur verwendet werden, wenn es notwendig ist, genau dieses und kein anderes Bild zu verwenden. Betreibende von Internetforen oder anderen interaktiven Angeboten sollten ihre Nutzer*innen darauf hinweisen, dass dort keine Inhalte eingestellt werden dürfen, die das Urheberrecht von anderen verletzen. Sollten die Betreibenden von interaktiven Angeboten von einer Urheberrechtsverletzung in ihrem Angebot Kenntnis erhalten, sind sie gehalten, diese Inhalte umgehend, spätestens 24 Stunden nach Kenntnisnahme, zu entfernen.

Quellennachweise

NAKOS (Hrsg.): Selbsthilfe unterstützen. Fachliche Grundlagen für die Arbeit in Selbsthilfekontaktstellen und anderen Unterstützungseinrichtungen. NAKOS Konzepte und Praxis 1. Berlin 2006
https://www.nakos.de/publikationen/key@100

NAKOS (Hrsg.): Das Internet für die Selbsthilfearbeit nutzen. Eine Praxishilfe. NAKOS Konzepte und Praxis 8. Berlin 2015, 2. Auflage
https://www.nakos.de/publikationen/key@2867

NAKOS (Hrsg.): Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Umsetzungshilfe für Selbsthilfegruppen, Selbsthilfekontaktstellen und für digitale Anwendungen in der Selbsthilfe. Broschüre. Berlin 2019
https://www.nakos.de/publikationen/key@7128

NAKOS (Hrsg.): Starthilfe zum Aufbau von Selbsthilfegruppen. Ein Leitfaden. 9. vollständig neu bearbeitete Ausgabe, 3. Auflage. Berlin 2021
https://www.nakos.de/publikationen/key@18